Die Hexe


 Aus angsterfülltem Kinderschrein
und messerspitzem Schrecken
webt beim Gläschen saurem Wein
die Alte kalte Decken.

Sie ist geübt, das sieht man gleich,
mit ruhiger, flinker Hand,
die Armut macht sie hart und reich,
egal in welchem Land.

Sie thront auf ihrem Knochenstuhl,
auf Schultern, gramgebeugt.
Ihr Lachen hallt im ganzen Pfuhl,
wenn ihr wer Nachwuchs zeugt.

Das ist ihr wahres Leibgericht,
ihr grauser Lebenszweck:
Das Kind am Rückgrat, dass sie bricht,
lässt sie nie wieder weg.