Lesungen sind im Grunde das Salz in der Suppe des Dichters. Hier bekommt er direkt zu spüren, was er mit seinen Worten auslöst, im Applaus, im Schweigen oder der vielen unterschiedlichen Gemüsesorten, die ihm entgegengeworfen werden und die dann wirklich in einem Topf landen. (Von daher können auch diese althergebrachten Meinungsbekundungen sehr wohl zum Unterhalt des Dichters beitragen.) Ansonsten machen Lesungen vor allem eines: Spaß! Die Lesung wird zu einem ganz alten Ritual: Man setzt sich gemeinsam zu einem, der uns eine Geschichte erzählt. Ob sie wahr ist oder nicht, wird zweitrangig, denn es ist das Gemeinschaftserlebnis, das gemeinsame Mitfiebern und Mitfühlen.